
Anfänge
Nach dem Abschluss an einem humanistischen Gymnasium Ende der 1980er Jahre begann ich ein Informatikstudium an der Johannes Kepler Universität Linz. Schon bald merkte ich jedoch, dass meine Stärken und meine Leidenschaft eher in der praktischen Umsetzung als im theoretischen Studium liegen.
Das Angebot eines Ferialpraktikums – vermittelt durch den Praktikumsleiter an der Universität, der zugleich IT-Leiter einer der größten Städte Österreichs war – kam mir daher sehr gelegen. Aus dem Sommerjob wurde rasch ein regelmäßiger Nebenverdienst während des Studiums und wenig später eine nahezu selbstständige Vollzeitbeschäftigung.
Entwicklungsphase
Diese Phase wurde kurzzeitig durch meine zweite Leidenschaft, dem Leistungssport, unterbrochen: Als Sprinter absolvierte ich meinen Grundwehrdienst in der Heeressport- und Nahkampfschule (HSNS) als Leistungssportler. Im Sport lernte ich, Durchhaltevermögen zu entwickeln und auch in schwierigen Phasen nicht aufzugeben – eine Fähigkeit, die mir später im Berufsleben oft zugutekam.
Eine Zeit lang standen Studium, Sport und Beruf gleichberechtigt im Fokus. Doch schon ein altes Sprichwort sagt: „Man kann nur auf einer Hochzeit tanzen.“ So entschied ich mich für den Beruf und steckte meine ganze Motivation in das Sammeln von Erfahrungen im IT-Bereich – zunächst als „Cheftechniker“ für den Clientservice in besagter Stadt. Parallel dazu gründete ich mit einem Kollegen meine erste Firma und bin seither in unterschiedlichen Varianten selbstständig tätig – teils haupt-, teils nebenberuflich.
Auf zu neuen Ufern
Das reine Client-Umfeld wurde mir bald zu klein. Neue Aufgaben im Bereich der Installation und Administration von Novell- und später NT4-Servern kamen gerade recht. Parallel zur Arbeit absolvierte ich auf Eigeninitiative meine ersten Microsoft-Zertifizierungen und erlangte nach einiger Zeit den MCSE (Microsoft Certified Systems Engineer) auf Basis von NT 4.0 und später auch auf Windows 2000.
In dieser Zeit lernte ich, neue Systeme in bestehende Infrastrukturen zu integrieren, und sammelte umfassende Kenntnisse in verschiedensten Microsoft-Servertechnologien (Windows, Exchange, SQL, SNA, PKI, SCCM, SharePoint, ISA, RDS, IIS, File/Print) sowie weiteren Infrastruktur-Technologien (Checkpoint Firewall, RSA, Netzwerktopologien, Cisco ISE, VMware, Citrix usw.).
Babylonische Verhältnisse
Die ständigen Veränderungen in der IT-Infrastruktur – neue Software- und Hardwareanbieter, wechselnde Anforderungen und Serverkonzepte – weckten meine Begeisterung für Innovationen. Bald erkannte ich, dass meine Leidenschaft darin liegt, IT-Infrastrukturen zu verändern und Migrationen zu planen sowie durchzuführen.
Mit der Zeit entwickelte ich eine weitere Stärke: das Vermitteln zwischen verschiedenen Fachspezialisten. Da ich viele Systemkomponenten selbst betreut habe, verstehe ich die Konzepte hinter den einzelnen Technologien und kann in der Sprache der jeweiligen Spezialisten kommunizieren, ohne jedes Detail der Produkte zu kennen.
Noch weiter entfernt von der Infrastruktur und deren „Fachchinesisch“ sind Entwickler, Anwendungsbetreuer oder Endanwender. Hier eine gemeinsame Sprache zu finden, ist oft eine Herausforderung. Der Satz „Ich spreche kein Infrastruktur … ???“ beschreibt diese Situation treffend. Auch hier kann ich meine Erfahrungen gezielt einsetzen und Brücken bauen.
Panta Rhei
Die Planung einer neuen (Active Directory-)Infrastruktur ist das eine – die Migration der bestehenden Systeme dorthin, ohne den laufenden Betrieb zu gefährden, ist jedoch die weitaus größere Herausforderung. Nicht jede Migration ist gleich komplex, aber für jedes Unternehmen ist es entscheidend, einen verlässlichen IT-Partner zu haben – unabhängig davon, ob es 5 oder 15.000 Mitarbeitende beschäftigt.
Mittlerweile durfte ich zahlreiche Migrationen in allen Größenordnungen planen, durchführen oder begleiten – vom Startup über mittelständische Unternehmen bis hin zu städtischen Verwaltungen und Unikliniken. Jede Migration ist einzigartig und immer wieder spannend. Das ist das Schöne an meinem Beruf: Man lernt nie aus und kann sich ständig weiterentwickeln.
Nicht nur Veränderungen sind spannend – manchmal ist es auch der „normale“ Systembetrieb, der herausfordernd und interessant sein kann. Hier sind oft Fingerspitzengefühl und vor allem beim Troubleshooting viel Erfahrung gefragt.
Und hinter all dem stehen Unternehmen, Menschen, Emotionen …

